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Mit Wissenschaftsfotografie Licht als Werkzeug für Forschung sichtbar machen

Dieser Fototermin führte uns in die heiligen Hallen des Elektronenbeschleunigers BESSY II. Am Helmholz Zentrum Berlin (HZB) in Adlershof werden Elektronen auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und in einen kreisrunden Elektronenspeicherring geschickt.
Elektronenspeicherring BESSY II

In den so genannten Undulatoren wird Snychrotron-Strahlung erzeugt. Mit diesem Licht führen die Wissenschaftler an den “Beam Lines” ihre Versuche durch. Mit bloßem Auge ist von diesen faszinierenden Prozessen nicht viel zu sehen. Als Fotografinnen haben wir mit Hilfe von Langzeitbelichtungen, externem Licht und jeder Menge Kreativität dieses Licht als Werkzeug für die Forschung sichtbar gemacht.

Anmerkung: Die Fotos wurden in der “Lichtblick” März-Ausgabe des HZB-Magazins publiziert (Seiten 4-5).

Shutdown ermöglicht Begehung der Anlange

Doch die Betriebspause bedeutet keineswegs Stillstand: notwendige Wartungsarbeiten werden durchgeführt und neue Komponenten eingebaut. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: der Elektronenspeicherring, quasi das “Herz der Anlage”, der während des Betriebs hinter meterdicken Betonwänden abgeschirmt ist, ist nur während dieses kurzen Zeitfensters begehbar.

Industriefotografin Silvia Steinbach nimmt den Elektronenspeicherring in den Fokus

Wissenschaftsfotografie macht unsichtbares sichtbar

Industriefotografin Silvia Steinbach hat Fotomotive entworfen, welche das Versteckte sichtbar machen und im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel bringen:

Künstlicher Lichtstrahl zeigt den Verlauf des Lichts innerhalb des Elektronenspeicherrings BESSY II

Während das Licht im Elektronenspeicherring BESSY II vollkommen gelöscht war, verwendeten wir externe Blitze um die die Maschinen kurz anzuleuchten und liefen mit einer LED-Lampe in der Hand den “gedachten” Verlauf der Lichtteilchen im Elektronenspeicherring nach. Mittels einer Langzeitbelichtung konnten wir so das Licht als Werkzeug für die Forschung sichtbar machen.

Wissenschafts- und Industriefotografie bedeutet, auch an schwer erreichbaren Orten hochwertige Fotos zu produzieren

Für andere Motive kletterten wir mehrere Male hinter den Speicherring und belichteten auch hier “von Hand” mit externen Blitzen.

Was die Industriefotografie so spannend macht? Als Industriefotograf*in bekommt man Zugang zu den spannendsten Forschungseinrichtungen und bekommt Einblicke in modernste Technik. Diese tollen Einblicke möchten wir Hand in Hand mit guter Wissenschaftskommunikation einem breiteren Publikum zugänglicher und verständlicher machen. Die Fotos von Silvia Steinbach sollen neugierig machen und den Betrachter innehalten lassen:

Ein Undulator im BESSY II Speicherring

Aktuelle Forschungsprojekte

Dr. Tristan Petit forscht am HZB an neuen Materialien für die Energiespeicherung und untersucht so genannte MXene. Diese neue Materialklasse kann zukünftig eine wichtige Rolle im Bereich der klimaneutralen Energieversorgung spielen. Wir haben den Wissenschaftlern an zwei der wichtigsten Messgeräte fotografiert:

Dr. Tristan Petit bedient ein Raster-Transmissions-Röntgenmikroskop (STXM) 

Mittels eines hochauflösenden Elektronenmikroskop können Materialien im Nanometer-Bereich untersucht und somit einzelne Partikel gemessen werden.

Prüfender Blick auf eine Materialprobe

Mit einem zweiten Messgerät können elektrochemische Versuche mit Hilfe von Röntgenstrahlung durchgeführt werden – hier ist eine Auflösung im Mikrometer-Bereich möglich.

Übersicht HZB

Überblick auf eine Beam-Line im HZB

Text: Iris König
Fotos: Silvia Steinbach

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Wer bloggt hier?

Mein Name ist Iris König. Als Foto-Assistenz begleite ich Industriefotografin Silvia Steinbach bei ihren spannenden Fotoproduktionen und berichte hier "live" vom Set.

Fotografin Silvia Steinbach

Seit 15 Jahren realisiere ich für Unternehmen, Agenturen, Verbände und Institute Bilderwelten, die faszinieren und staunen lassen.